Teeset in der Geschenkdose
Unverfänglich und auch für Personen geeignet, die du kaum kennst.
Wichteln im Büro löst ein organisatorisches Problem: Alle sollen etwas bekommen, ohne dass alle für alle einkaufen müssen. Per Los wird festgelegt, wer wen beschenkt, oft anonym bis zur Übergabe.
Die Unsicherheit der Schenkenden hat fast immer dieselben drei Ursachen. Man kennt die gezogene Person kaum, man steht unter Zeitdruck, und man soll ein Budget einhalten, ohne zu wissen, was darin als angemessen gilt. Ein gutes Wichtelgeschenk im Büro ist deshalb weniger eine Frage von Originalität um jeden Preis als von Neutralität: Es soll niemanden bloßstellen, keine versteckte Botschaft transportieren und trotzdem nicht lieblos wirken.
Vorher lohnt die Frage, welche Spielart überhaupt gespielt wird. Beim klassischen Wichteln wird vorab ausgelost, das Geschenk ist neu gekauft und hält sich an einen Preisrahmen. Beim Schrottwichteln, je nach Region auch Fies-, Gammel- oder Ramschwichteln genannt, wird bewusst nichts gekauft, sondern ein ungeliebter, aber intakter Gegenstand aus dem eigenen Besitz weitergegeben, oft per Würfel verteilt statt vorab zugelost. Motto-Wichteln legt zusätzlich ein Thema fest, etwa nur Grünes oder nur Selbstgemachtes, was die Suche einschränkt und dadurch meist erleichtert.
Wer organisiert, klärt Budget, Termin und Tabus idealerweise vor der Ziehung. Das erspart genau die Rückfragen, die später niemand mehr anonym stellen kann.
DIE SICHERE BANK
Diese Kategorie passt, wenn du die gezogene Person kaum kennst und auf Nummer sicher gehen willst. Kaffee, Tee oder gute Süßigkeiten gelten als unverfänglich und haben einen praktischen Vorteil: Sie werden verbraucht und landen nicht als Ballast in fremden Wohnungen.
Der häufigste Fehlkauf hier ist, Allergien und Ernährungsweisen zu übergehen, etwa bei Nüssen, Alkohol oder Zucker. Der zweite ist die Standardpackung Pralinen ohne jeden Bezug zur Person. Die funktioniert als Beigabe, wirkt als alleinige Idee aber schnell lieblos.
Unverfänglich und auch für Personen geeignet, die du kaum kennst.
Verbraucht sich und hinterlässt keinen Gegenstand, den niemand will.
Wirkt persönlicher als Süßigkeiten, ohne privat zu werden.
Passt in den Büroalltag, setzt aber voraus, dass die Person Kaffee trinkt.
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WENN DER TON ES HERGIBT
Diese Kategorie passt für Teams mit lockerem Umgangston, in denen ein Schmunzeln erwartet wird. Die Grenze verläuft dort, wo der Witz auf Kosten der beschenkten Person geht, also bei Anspielungen auf Aussehen, Gewohnheiten oder Schwächen.
Der typische Fehlgriff sind Scherzartikel mit zweideutigem Unterton und Gags, die nur für die schenkende Person witzig sind. Je weniger du jemanden kennst, desto vorsichtiger sollte der Humor ausfallen. Ein Witz, der beim Auspacken vor versammeltem Team erklärt werden muss, war der falsche.
Funktioniert nur, wenn der Spruch niemanden persönlich trifft.
Witzig und nutzbar zugleich, für nahezu jede Person unproblematisch.
Passt zu Teams mit Spieltrieb und spricht niemanden einzeln an.
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EIGENE REGELN
Diese Variante funktioniert grundsätzlich anders: Es wird nichts gekauft. Verschenkt wird ein ungeliebter, aber funktionstüchtiger Gegenstand aus dem eigenen Haushalt, häufig per Würfel verteilt statt vorab zugelost.
Trotz des Namens ist echter Müll nicht gemeint. Der Gegenstand soll sauber und gebrauchsfähig sein, der Reiz liegt in der Kombination aus Überraschung und Ausmisten. Der häufigste Fehler ist, das Prinzip zu verwechseln und doch etwas Neues zu kaufen. Damit ist der Grundgedanke hin, und es wirkt gegenüber allen anderen unpassend, die sich an die Regel gehalten haben.
DER SONDERFALL
Hier gilt besondere Vorsicht, und zwar in beide Richtungen. Das Geschenk sollte sich am Preisrahmen aller anderen orientieren, denn ein sichtbar teureres wirkt wie Anbiederung. Gleichzeitig darf es keine Kritik andeuten, was Ratgeberliteratur zum Thema Führung praktisch immer tut, auch wenn sie nett gemeint ist.
Körperpflegeprodukte sind hier wie überall im Büro ein Fehlgriff, weil sie als Anspielung auf Körpergeruch ankommen können. Riskant sind außerdem sehr persönliche Geschenke, die auf Hobbys oder Privatleben zielen, wenn die Person beides bewusst aus dem Job heraushält. Neutral und knapp unterhalb der Aufmerksamkeitsschwelle ist hier die bessere Wahl als originell.
Unverfänglich, nützlich und ohne jede Botschaft über die Person.
Unpersönlich, aber bei echter Unsicherheit die risikoärmste Wahl.
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WIE VIEL IST ÜBLICH
Häufig genannt werden Rahmen von 5 bis 10 Euro, teils auch 10 bis 20 Euro, wobei 10 Euro in mehreren Ratgeberquellen als gängiger Mittelwert für Büros beschrieben wird. Einzelne Karriereportale nennen bis zu 25 Euro als oberes Ende.
Diese Zahlen stammen ausnahmslos aus Ratgeber- und Karriereblogs. Eine repräsentative Erhebung zu Wichtel-Budgets in deutschen Büros existiert nach unserer Recherche nicht. Behandle die Spannen also als beschriebene Praxis, nicht als Norm.
Wichtiger als die Höhe ist ohnehin, dass das Limit vor der Ziehung feststeht und für alle gleich gilt, unabhängig davon, wer gezogen wurde. Eine deutliche Überschreitung gilt als unkollegial, weil sie den Vergleich untereinander unangenehm macht und den fairen Charakter des Austauschs untergräbt. Eine sichtbare Unterschreitung, also das lieblos verpackte Kleinstteil, wird genauso kritisch gesehen.
WAS DANEBENGEHT
Der größte Stolperstein sind Geschenke mit versteckter Botschaft. Körperpflegeprodukte wie Parfüm, Deo oder Duschgel gelten als klassischer Fehlgriff, weil sie als Anspielung auf Körpergeruch verstanden werden können, auch wenn das nie die Absicht war. Ähnlich riskant sind Diätbücher, Kosmetikgutscheine oder Krawatten für als schlecht gekleidet wahrgenommene Personen. Alles davon transportiert unterschwellig Kritik am Erscheinungsbild.
Das zweite Feld ist zu viel Nähe. Dessous, freizügige Geschenke oder Gegenstände mit sexuellem Unterton sind im Büro tabu und können in Richtung Belästigung kippen, sobald die beschenkte Person danach im Kollegenkreis Nachfragen aushalten muss. Auch Ratgeberliteratur ist heikel, sobald sie implizit etwas unterstellt, etwa Bücher über Selbstsicherheit für zurückhaltende Kolleginnen und Kollegen.
Drittens verleitet die Anonymität dazu, alte Rechnungen zu begleichen. Wer jemanden zieht, mit dem es Konflikte gibt, sollte trotzdem normal schenken. Ein gemeintes oder absichtlich hässliches Geschenk bleibt selten anonym in seiner Wirkung und vergiftet die Stimmung im ganzen Team.
Beim Schrottwichteln schließlich ist der häufigste Fauxpas, echten Müll statt eines originellen, aber intakten Gegenstands abzugeben. Das ist keine Auslegungsfrage der Regel, sondern ihr Gegenteil.
HÄUFIGE FRAGEN
Neutrale Genussmittel wie Tee, Kaffee oder gute Süßigkeiten gelten als sichere Wahl, weil sie verbraucht werden und niemanden persönlich adressieren. Alternativ funktionieren Gutscheine, die die beschenkte Person selbst einlösen kann.
Beim Schrottwichteln wird nichts gekauft. Verschenkt wird ein ungeliebter, aber intakter Gegenstand aus dem eigenen Haushalt. Im Vordergrund stehen Überraschung und Humor, nicht der praktische Nutzen. Kaputtes gehört ausdrücklich nicht dazu.
Häufig genannte Rahmen liegen zwischen 5 und 20 Euro, mit 10 Euro als oft genanntem Richtwert. Eine statistisch belegte Norm gibt es dazu nicht. Entscheidend ist, dass das Limit vor der Ziehung feststeht und für alle gleich gilt.
Ja, wenn sie regulär mit ausgelost wurde. Das Geschenk sollte sich preislich und inhaltlich an allen anderen orientieren. Außerhalb des Wichtelns werden Einzelgeschenke an Vorgesetzte ohne besonderen Anlass dagegen oft als Anbiederung gelesen.
Körperpflegeprodukte, anzügliche Geschenke, alles mit Bezug auf Aussehen oder Verhalten sowie absichtlich gemeine Geschenke bei Konflikten. Auch Bücher mit unterschwelliger Kritik gehören dazu, etwa Diätratgeber oder Führungsliteratur für die Chefin.
Nicht offen kritisieren und nicht sichtbar weitertauschen. Freundlich reagieren, den Rest später im Stillen klären. Beim Wichteln ist die Übergabe ein sozialer Moment vor Publikum, und genau darauf zielt die Erwartung, nicht auf den Gegenstand.
Klassisches Wichteln lebt meist von der Anonymität bis zum Schluss, Schrottwichteln kommt oft ganz ohne feste Zuordnung aus und wird ausgewürfelt. Ob und wann sich die Schenkenden zu erkennen geben, legt das Team vorab fest.
Vorsichtig bei gemeinsamen Kolleginnen und Kollegen nachfragen ist der übliche Weg, solange die Anonymität dabei gewahrt bleibt. Führt das zu nichts, ist der Rückgriff auf neutrale Kategorien wie Genussmittel oder Bürobedarf die risikoarme Lösung.