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Geschenke zur Geburt

Die erste Frage ist nicht, was originell wäre, sondern wem das Geschenk eigentlich gilt. Der Reflex geht zum Kind, und genau dort ist die Konkurrenz am größten: Rasseln, Kuscheltiere und Schmusetücher sind das naheliegendste Geschenk für ein Neugeborenes und deshalb meist schon mehrfach im Haus, bevor das Kind überhaupt da ist.

Ein Geschenk für die Eltern schließt dagegen oft eine echte Lücke. In den ersten Wochen fehlt es selten an Babyartikeln und fast immer an Schlaf, Zeit und Gelegenheiten, kurz an sich selbst zu denken.

Der zweite Punkt ist die Kleidergröße, und er wird verlässlich falsch gemacht. Neugeborene tragen Größe 50 oder 56, wachsen daraus aber innerhalb weniger Wochen heraus, und genau diese Größen liegen bei der Geburt schon reichlich bereit. Sinnvoller ist Größe 68 oder 74, also etwa das Alter von fünf bis sieben Monaten. Dann kommt allerdings ein zweiter Gedanke dazu: In welcher Jahreszeit steckt das Kind in dieser Größe? Ein Sommerbody in Größe 74 für ein Novemberkind ist ein Geschenk für den nächsten Sommer, wenn er dann noch passt.

Und ein Bereich bleibt außen vor. Kinderwagen, Babyschalen und alles andere, was das Kind sichert, sucht man nicht als Überraschung aus. Passform, Kompatibilität und die Vorstellungen der Eltern entscheiden dort, nicht der Geschmack der Schenkenden.

DIE ECHTE LÜCKE

Geschenke für die Eltern selbst

Diese Kategorie funktioniert fast immer, weil sie weder Größe noch Geschlecht noch Vorlieben des Kindes voraussetzt. Und sie trifft die Menschen, die in den ersten Wochen am wenigsten bedacht werden.

Die Regel dabei ist einfach: Es muss Arbeit abnehmen, nicht welche machen. Aufwendig zu pflegende Deko, Geräte, die erst eingerichtet werden wollen, oder alles mit Anleitung fallen damit raus. Bei Kleidung und Schuhen kommt die Größenfrage dazu, die man bei Erwachsenen genauso falsch schätzt wie bei Babys.

Große Isolierflasche

Für Getränke, die zwischen zwei Unterbrechungen kalt oder warm bleiben.

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Handcreme im Set

Wickeln und Händewaschen fordern ihren Tribut, das merkt man schnell.

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Warme Hausschuhe

Entlastet in nächtlichen Stunden, allerdings nur mit bekannter Schuhgröße.

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GRÖSSE 68 STATT 56

Kleidung, die später passt

Wenn es Kleidung sein soll, dann eine Nummer weiter gedacht. Größe 50 und 56 liegen bei der Geburt bereits im Schrank, oft mehrfach, und sind nach wenigen Wochen zu klein. Ein Teil davon wird nie getragen.

Mit Größe 68 oder 74 triffst du dagegen einen Zeitpunkt, für den noch niemand vorgesorgt hat. Rechne dabei kurz nach, wann das sein wird, und wähle danach den Stoff. Beim Schlafsack entscheidet zusätzlich der Wärmegrad, der übliche TOG-Wert, über die Jahreszeit, in der er brauchbar ist.

Strampler in Größe 68

Trifft einen Zeitpunkt, für den noch niemand eingekauft hat.

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Warmer Overall

Erst ausrechnen, in welcher Jahreszeit die gewählte Größe passt.

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Schlafsack nach Wärmegrad

Der TOG-Wert entscheidet, ob er im Sommer oder Winter taugt.

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ERGÄNZEN, NICHT ERSETZEN

Für unterwegs und den Alltag

Diese Kategorie passt für Eltern, die viel mit dem Kind unterwegs sind, und sie braucht kein Wissen über das Kind selbst.

Wichtig ist die Abgrenzung nach oben: Ergänzungen ja, sicherheitsrelevante Grundausstattung nein. Kinderwagen, Babyschale und Tragesysteme müssen zu Auto, Körpergröße und Alltag der Eltern passen und werden ausprobiert, nicht verschenkt. Alles, was daneben liegt und den Alltag leichter macht, ist dagegen dankbares Terrain.

Mulltücher im Set

Werden in einer Zahl gebraucht, die vorher niemand für plausibel hält.

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Faltbare Wickelunterlage

Passt in jede Tasche und in jedes vorhandene Setup.

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Sonnenschutz für den Kinderwagen

Ergänzung ohne Sicherheitsfunktion, deshalb unbedenklich zu verschenken.

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EINFACH SCHLÄGT TEUER

Babyphone

Hier gibt es ausnahmsweise eine belastbare Antwort. Tests der Stiftung Warentest kommen über mehrere Jahrgänge hinweg zum selben Ergebnis: Klassische Geräte ohne Kamera schneiden bei Übertragung, Reichweite und Akkulaufzeit regelmäßig besser ab als Video- und App-Modelle.

Das ist die seltene Situation, in der die einfachere und günstigere Variante auch die bessere ist. Bild- und App-Übertragung bringt zusätzliche Technik ins Spiel, die zusätzlich ausfallen kann, und genau das zeigen die Tests. Falls die Eltern ausdrücklich ein Videomodell wollen, ist das ihre Entscheidung, aber als Geschenk ohne Absprache ist das Audiogerät die sicherere Wahl.

Audio-Babyphone

Schneidet in Tests regelmäßig besser ab als Video- und App-Modelle.

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ZURÜCKHALTUNG LOHNT

Pflege und Hautkontakt

Bei allem, was auf die Haut eines Neugeborenen kommt, ist Zurückhaltung die bessere Haltung. Hautempfindlichkeiten sind individuell, und niemand außer den Eltern weiß, worauf ihr Kind reagiert.

Deshalb sind die risikoärmsten Geschenke dieser Kategorie die, bei denen gar keine Inhaltsstoffe im Spiel sind. Werkzeuge statt Cremes. Wenn es doch ein Pflegeprodukt sein soll, dann unparfümiert und ausdrücklich für Neugeborene ausgewiesen, und im Zweifel lieber vorher gefragt.

Babynagelschere

Wird von Hebammen dem Knipser vorgezogen und fehlt erstaunlich oft.

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Weiche Babybürste

Gehört zur Grundpflege und kommt ohne Inhaltsstoffe aus.

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WO ZAHLEN HELFEN

Was sich preislich sagen lässt

Für genau eine Produktgruppe auf dieser Seite gibt es belastbare Tests, und ausgerechnet dort lautet die Antwort, dass weniger mehr ist. Bei Babyphones schneiden einfache Audiogeräte in den Tests der Stiftung Warentest regelmäßig besser ab als deutlich teurere Video- und App-Varianten. Ein höherer Preis kauft hier Zusatzfunktionen, die zusätzlich ausfallen können, nicht bessere Grundfunktion.

Für Kleidung, Wickelzubehör und Pflege haben wir keine vergleichbaren unabhängigen Testreihen gefunden. Zahlen zum üblichen Geschenkbetrag zur Geburt ebenfalls nicht. Was gelegentlich zitiert wird, sind Kostenschätzungen für die gesamte Erstausstattung aus Analysen kommerzieller Portale, und die beantworten eine andere Frage als deine.

Bleibt der Hinweis, der bei diesem Anlass mehr wert ist als jede Preisspanne: Bei sicherheitsrelevanter Ausstattung ist der Preis ohnehin nicht das Kriterium, sondern die Passung zum konkreten Alltag der Familie. Und die kennen nur die Eltern.

WAS DANEBENGEHT

Die häufigsten Fehlgriffe

Auf Platz eins steht der Standardartikel fürs Neugeborene. Rasseln, Kuscheltiere, Schmusetücher und Kleidung in Größe 50 sind das, was alle schenken, und genau deshalb liegen sie schon da. Ein Teil davon wird nie ausgepackt.

Auf Platz zwei steht die richtige Größe zur falschen Jahreszeit. Wer klug genug ist, Größe 74 zu wählen, aber nicht nachrechnet, wann das Kind sie trägt, verschenkt einen Sommerbody für den Winter. Der Gedanke ist halb zu Ende gedacht und das Ergebnis genauso unbrauchbar wie Größe 50.

Auf Platz drei steht sicherheitsrelevante Ausstattung als Überraschung. Kinderwagen und Babyschale müssen zum Auto, zur Wohnung und zu den Eltern passen, und diese Entscheidung nimmt man niemandem ab. Wer sich beteiligen möchte, fragt und legt zu, statt selbst auszusuchen.

Und schließlich Geschenke, die Arbeit machen. Alles, was gepflegt, aufgebaut, eingerichtet oder zurückgeschickt werden muss, kostet in den ersten Wochen genau die Ressource, die am knappsten ist. Ein Geschenk, das Aufwand erzeugt, ist in dieser Phase keins.

HÄUFIGE FRAGEN

Zu Geschenken zur Geburt oft gefragt.

Was schenkt man, wenn die Erstausstattung schon steht?

Etwas für die Eltern oder Kleidung in einer späteren Größe. Beides umgeht das Grundproblem, dass die Babyausstattung meist vollständig ist und Neugeborenengrößen mehrfach vorliegen. Auch Verbrauchbares wie Mulltücher geht selten ins Leere.

Welche Kleidergröße sollte man verschenken?

Mindestens 68, besser 74. Die Neugeborenengrößen 50 und 56 sind bei der Geburt reichlich vorhanden und nach wenigen Wochen zu klein. Rechne zusätzlich nach, in welcher Jahreszeit das Kind die gewählte Größe tragen wird, und wähle danach den Stoff.

Ist ein Geschenk für die Eltern wirklich besser?

In den ersten Wochen meistens ja. Babyartikel sind reichlich vorhanden, Schlaf und Zeit für sich selbst dagegen nicht. Ein Geschenk, das den Eltern etwas abnimmt oder eine kurze Pause ermöglicht, schließt eine echte Lücke statt eine bereits gefüllte zu vergrößern.

Sind Kuscheltiere ein gutes Geschenk zur Geburt?

Als Beigabe ja, als Hauptgeschenk selten. Kuscheltiere und Schmusetücher gehören zu den Dingen, die Eltern am häufigsten mehrfach bekommen. Wenn es unbedingt etwas fürs Kind sein soll, ist Kleidung in einer späteren Größe die dankbarere Wahl.

Darf man Kinderwagen oder Babyschale verschenken?

Besser nicht als Überraschung. Diese Dinge müssen zum Auto, zur Wohnung und zum Alltag der Familie passen, und die Eltern probieren sie in aller Regel aus, bevor sie sich entscheiden. Wer sich beteiligen will, fragt und steuert etwas bei.

Lohnt sich ein teures Babyphone?

Nach den Tests der Stiftung Warentest nicht. Einfache Audiogeräte schneiden dort regelmäßig besser ab als teurere Video- und App-Modelle, weil zusätzliche Technik auch zusätzlich ausfallen kann. Das ist der seltene Fall, in dem günstiger und besser zusammenfallen.

Sollte man vorher fragen, was gebraucht wird?

Ja, und der Überraschungsverlust ist den Gewinn wert. Bei kaum einem anderen Anlass ist die Wahrscheinlichkeit so hoch, dass die naheliegende Idee bereits im Schrank liegt. Eine kurze Frage erhöht die Chance erheblich, dass das Geschenk auch benutzt wird.

Worauf achtet man bei Dingen mit direktem Hautkontakt?

Auf Zurückhaltung. Hautempfindlichkeiten sind individuell und von außen nicht erkennbar. Unparfümierte, ausdrücklich für Neugeborene ausgewiesene Produkte sind die vernünftige Untergrenze, und Werkzeuge ohne Inhaltsstoffe wie Bürste oder Schere sind ohnehin risikoärmer.